Life/Work Planning

betreut durch John Webb (L/WP), Axel Culmsee (CSW)

homeLife/Work Planning

L/WP 

Angebot: Home | Mediothek | Foyer | E-Mail | Info

 

Auf der Suche nach Glück


Home

[Der amerikanische Traum]
[Auf dem Weg]
[Bittsteller]
[Deutsche Welle]
[DeutschlandRadio]
[Durchstarten zum Traumjob]
[Deutsche haben festes Berufsbild]
[Focus]
[Hartz im Herbst]
[Hinter den Stellenanzeigen]
[Jeder kann einen guten Job finden]
[Jobjagd undercover]
[Jobsuche mit System]
[Jobsuche - Neue Wege]
[Kreativ in die berufliche Existenz]
[L/WP - was ist das?]
[Karriereberatung]
[Mit der falschen Methode gesucht]
[Nach dem Studium]
[Die 86-Prozent-Chance auf Arbeit]
[27 Gründe]
[Stellensuche mal ganz anders]
Suche nach Glück
[Taschenlampen und Schlüssel]
[Überfall-Taktik]
[Wege zum Traumjob]
[Wenn nicht Schule]
[Wie betreibe ich L/WP?]
[Zahnarzt]

nach oben

 

Life / Work-Planning-Seminare helfen bei beruflicher Neuorientierung

"Mein ganzes Berufsleben lang habe ich immer irgendwelche Bürotätigkeiten gemacht. Mir wurde gesagt, dass es auf dem Arbeitsmarkt nichts anderes gäbe", erzählt Manuela Blanke. Einen x-beliebigen Bürojob wird sie wohl kaum wieder annehmen. Der Grund für diese neue Überzeugung: Manuela Blanke hat an einem Berufsplanungskurs an der Universität Bremen teilgenommen, der nach dem "Life / Work-Planning-Konzept" arbeitet. Nach dem dreiwöchigen Seminar ist sie nun auf die Suche nach ihrem Traumjob - der nichts mit Büro zu tun hat, aber viel mit Kreativität und Stoffdesign.

Beim Life / Work-Planning geht es nicht darum, irgendeine halbwegs erträgliche Arbeit zu finden. Kursleiter John Webb: "Das Verfahren zielt darauf ab, eine Arbeit zu finden, die man selber sehr gerne machen würde. Und es zeigt Schritte auf, um die Chancen dafür auf ein Maximum zu bringen." Das Seminar gibt den Teilnehmern Werkzeuge in die Hand, sich selbst Wege in den "verborgenen" Arbeitsmarkt zu erschließen.

Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg werden in Deutschland zwei Drittel aller Stellen nie öffentlich ausgeschrieben und von den Unternehmen in Eigenregie besetzt. Nur rund ein Drittel aller Stellen werden über den offenen Arbeitsmarkt, also über Stellenanzeigen oder die Arbeitsämter, vergeben. John Webb schätzt das Verhältnis des verborgenen gegenüber dem offenen Arbeitsmarkt sogar auf drei Viertel zu einem Viertel. "Das Problem ist", sagt Webb, "dass die meisten Stellensuchenden nur Verfahren für den offenen Markt kennen. Das heißt, dass sich 100 Prozent aller Bewerber auf 25 Prozent der Stellen stürzen. Klar, dass das eng wird." Im Seminar üben die Teilnehmer Bewerbungen auf nicht ausgeschriebene Stellen. Webb: "Wer so vorgeht, steht oft konkurrenzlos da."

Praktische Übungen

Um in so eine erfreuliche Situation zu kommen, muss der Stellensuchende für sich klären, was er gut und gerne macht, wofür er sich interessiert, und welche äußeren Rahmenbedingungen er an seinem Arbeitsplatz haben möchte. In praktischen Übungen trainieren die Kursteilnehmer Einstellungsgespräche. Die Übungen kommen bei den Teilnehmern gut an. Besonders gefällt auch der so genannte Ausgehtag. An ihm führen die Teilnehmer in sechs selbst ausgewählten Betrieben Gespräche. Sie befragen Mitarbeiter über ihre Branche und ihren Werdegang. Eine effektive Methode, sich Informationen über einen bestimmten Arbeitsbereich zu erschließen Nach dem Seminar werden sie sich mit Hilfe solcher Arbeitsplatz-Interviews aktiv in den verborgenen Arbeitsmarkt hineinmanövrieren. Die Interviews helfen den Stellensuchenden auch, sich ein Netz an persönlichen Kontakten in dem Bereich zu schaffen, in dem sie gerne arbeiten möchte.

Für John Webb ist dieses Netz das A und O für die Arbeitsuche: "Life / Work-Planning stellt Strukturen zur Verfügung, mit deren Hilfe der Stellensuchende selber die Drähte zieht. Das heißt: Man schickt keine Zeugnisse mehr durch die Gegend, sondern man selbst nimmt Kontakt zu den Firmen auf." Nach den Webbs Erfahrungen finden so 86 Prozent der Kursteilnehmer innerhalb eines Jahres eine für sie befriedigende Arbeit.

In den USA ist Life / Work-Planning eine verbreitete Methode. Entwickelt wurde sie vom Arbeitswissenschaftler Richard Nelson Bolles. Sein Buch "What Color is Your Parachute?" ist in den USA seit den Siebzigern ein Standardwerk. Seit 1991 bietet John Webb Kurse in Deutschland an. Sein Credo: "Menschen sollen eine Arbeit nicht machen, weil sie besonders wenig mies ist, sondern weil sie sie lieb haben."

Die Arbeitsämter fördern in Einzelfällen die Teilnahme an Life / Work- Planning. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Nach § 10 SGB III kann eine freie Förderung gewährt werden. Nach § 48 ist förderungswürdig, was die Eigeninitiative Arbeitsloser stärkt. In zwanzig Arbeitsamtsbezirken wurden schon Life/Work-Planning-Seminare gefördert.

Das Buch "What Color is Your Parachute?" von Richard Nelson Bolles ist in deutscher Übersetzung unter "Durchstarten zum Traumjob. Das Bewerbungshandbuch für Ein-, Um- und Aufsteiger" bei Campus erschienen (39 Mark 80).

Infos über Life / Work-Planning unter www.lifeworkplanning.de. Life / Work-Planning Impulstage am 7. Dezember an der FU (Career-Service, t 838 55 244), am 29. Januar die Uni Potsdam (t 03 31 / 16 82). Kosten: 40 Mark für Studierende, 60 Mark für Arbeitslose, 80 Mark für Berufstätige. Ein dreiwöchiger Kurs ist für 26. März bis 13. April 2002 geplant. Infos: www.fu-berlin.de/career/trprLWP.html. Kosten: ab 350 Euro.

Henning Mielke

 

© Tagesspiegel Online Dienste Verlag GmbH
2002

nach oben